• die Goetheschule Essen

Transklassisches

Jahrgangsstufe 5

Bube, Dame, König

Bube, Dame, König

Thema: Kartenspiel
Bereich: Grafik, Positiv- und Negativform, Formendifferenzierung
Technik: Papierschnitt
Material: Schwarzes und weißes Tonzeichenpapier


Angeregt durch ein Loriot-Kartenspiel gestalten die Schülerinnen und Schüler Spielkarten in Klapptechnik: Bube, Dame, König, As, 10, 9, 8, 7 . Eine Figurenkarte entsteht, indem Außen- und Binnenformen von Kopf, Gesicht, Schultern und Kleidung aus einem schwarzen Tonpapierstreifen ausgeschnitten, symmetrisch zur Kante des Streifens geklappt und dann aufgeklebt wird. Einzelne Details, z.B. die Pupillen der Augen, feine Pullovermuster etc., entstehen dann durch Zurückklappen in den Ausgangsstreifen. (Dabei lernen die Schüler die Wirkung von Positiv- und Negativformen kennen und entwickeln insgesamt ein Gefühl für symmetrische und prägnante Formen.) In ähnlicher Weise werden auch die Zahlenkarten gefertigt. Nach Gestaltung der Rückseite wird alles auf DIN A7-Format verkleinert, auf festes Papier kopiert und geschnitten. Das Kartenspiel der "Klasse der Asse" ist fertig.

Jahrgangsstufe 6

Hinter einem Zaun

Hinter einem Zaun

Thema: Hinter einem Zaun
Bereich: Malerei, Collage
Technik: Freies Malen
Material: Deckfarbe, Tapetenreste

Angeregt durch einen Bauzaun haben wir uns in der Klasse die Frage gestellt, was sich wohl hinter dem Sichtschutz verbergen könnte.
Malerisch haben wir einen Blick riskiert und fantasievolle Szenerien entdeckt.
Den ursprünglichen Bauzaun haben wir mit Tapetenresten, die mit Holzmaserungen bedruckt sind, ergänzt, um auch dem Betrachter der Bilder einen Eindruck von unserem ersten Einblick zu vermitteln.

Schneekristalle

Schneekristalle

Thema: Schneekristalle
Bereich: Plastik/Relief, Erproben von Materialeigenschaften und ästhetischen Wirkungen
Technik: reliefplastisches Arbeiten mit Papier
Material: Deckfarbe, Tapetenreste, Aluminiumfolie

Seitdem es den Werkstoff Papier gibt, hat er die Menschen nicht nur zum Beschriften sondern auch zum Gestalten angeregt und stets aufs Neue inspiriert. Die Japaner entwickelten die kunstvollen Falttechniken des Origami. Künstler wie Georges Braque, Pablo Picasso, Kurt Schwitters und Max Ernst nutzten Papiere jeglicher Art für Collagen. Jean Fautrier und Jean Dubuffet verwendeten Papiere und Papiermaché. Papier ist sicherlich das vielseitigste, am schnellsten und am leichtesten zu beschaffende Material und zudem in den vielfältigsten Qualitäten verfügbar.
Ohne jedes Werkzeug kann Papier geknüllt, gefaltet, gerollt, gedreht und gerissen werden, es kann zu exakten wie auch zu eher formlosen Gebilden werden, es bietet sich zum Spiel mit Licht und Schatten an. In spielerischen, kreativen und skizzenhaften Übungen kann man dies auf sehr unterschiedliche Art und Weise erproben.

Jahrgangsstufe 7

Nemos Unterwasserwelt

Nemos Unterwasserwelt

Thema: Nemos Unterwasserwelt
Bereich: Malerei, Grafik, Collage
Technik: Wachsbatik
Material: Deckfarbe, Kerzenwachs, Zeitungspapier, Bügeleisen, Bunt- oder Filzstifte

Angeregt durch den Animationsfilm "Findet Nemo" entstanden Unterwasserlandschaften.
Bei der angewendeten Technik der Wachsbatik werden Teile des Bildes mit Wachs abgedeckt, auf denen Farbe nicht greifen soll.
Schülerinnen und Schüler arbeiten hierbei nach dem aleatorischen Verfahren, da das endgültige Ergebnis vor Fertigstellung des Bildes nicht generell zu kontrollieren ist, zu unterschiedlich greift das Wachs, zu unterschiedlich decken einzelne Farben.
Mit der hellsten Untergrundfarbe, Gelb, wurde zunächst die Bildfläche vollständig bemalt. Mit dem Wachs einer dünnen Zeichenkerze wurden erste Untergrundbilder angelegt. Die nächste Farbe, Orange, schloss diesen Prozess ab. Erneut wurde mit der Kerze gezeichnet und eine weitere Schicht Farbe im nächsten dunkleren Ton, Rot in unserem Fall, wurde auf der gesamten Bildfläche angelegt. Weiteres Zeichnen mit Wachs folgte, Blau als zuletzt deckend aufgetragene Farbe schaffte den endgültigen Eindruck des Meeresgrundes.
Nach der zeichnerischen und malerischen Arbeit kam ein Bügeleisen zum Einsatz, um das Wachs wieder zu schmelzen. So legten wir Schicht um Schicht der durch unterschiedliche Farben verdeckten Zeichnungen wieder frei.
Die so entstandene Unterwasserwelt wurde zusätzlich noch durch mit Buntstiften und Filzstiften gezeichnete Meeresbewohner in Collagetechnik bestückt.

Straßenszenerie

Straßenszenerie

Thema: Straßenszenerie
Bereich: Perspektivisches Zeichnen, Malerei, Collage
Technik: Deckfarbenmalerei, Collage
Material: Deckfarbe, Illustriertenausschnitte


Wenn man sich an Bildmotive wagt, die eine raumillusionistische Wirkung einbeziehen, wird man nicht umhinkommen, einige vorbereitende Gedanken anzustellen, bevor die praktische Umsetzung einsetzt.
Zuerst steht die Gliederung der Bildfläche an, über die festgelegt wird, wo verschiedene Inhalte platziert werden. Eine solche Entscheidung kann jedoch erst getroffen werden, nachdem feststeht, von wo aus die Dinge betrachtet werden.
Der Blick des Betrachters soll bei dieser Straßenszene auf eine nach hinten versetzte Hausecke, eine Einbuchtung, gelenkt werden.
Nach der perspektivischen Vorzeichnung erfolgte die farbliche Ausgestaltung der Flächen um den räumlichen Eindruck zu verstärken.
Details, die die jeweilige Straßenszene illustrieren und mit Leben versehen, wie Schaufenster, Passanten, Fahrzeuge, Bepflanzung, wurden teils gemalt, teils mit Illustriertenausschnitten in Collagetechnik ergänzt.

Jahrgangsstufe 9

Motiv in fremder Umgebung

Motiv in fremder Umgebung

Thema: Motiv in fremder Umgebung
Bereich: Collage
Technik: Papierschnitt
Material: diverse Vorlagen

Das geklebte Papierbild, die Collage, bildet den Anfang für eine zunehmende Verwendung von Realität als Gestaltungsmittel. Die Bedeutung eines Werkes liegt nicht mehr nur in seiner ästhetischen Aussage, sondern in seiner Fähigkeit, den Betrachter zu sensibilisieren und zu motivieren.
Alltäglichen, oft gesehenen Gegenständen werden Bedeutungen zugemessen. Es ist weniger der Material- oder Gebrauchswert, der die Dinge sinnvoll macht, sondern die Bedeutung, mit der er gewohnheitsmäßig "aufgeladen" oder symbolisch "gefüllt" ist.
Der triviale oder auch banale Gegenstand seines gewohnten Umfelds, seiner gewohnten Erscheinung beraubt, erhält neue visuelle und auch inhaltliche Bedeutungen.

Jahrgangsstufe 12

Schuhe einmal anders

Schuhe einmal anders

Thema: Schuhe einmal anders
Material: Als Grundmaterial diente ein Schuh oder ein Schuhmodell

Das Wort Schuh bezeichnet eine Fußbekleidung, die primär den Fuß schützen soll, jedoch auch in der umhüllenden Funktion einem ästhetischen Zweck dient.
Im altindischen Sanskrit bedeutet das Wort scutani bedeckt sein. Das daraus abgeleitete scuoh im Althochdeutschen charakterisiert eine Schutzhülle, die, zum schuoch abgewandelt, zum heutigen Begriff des Schuhs, der Fußbekleidung geworden ist.
Schuhe, seit jeher Gebrauchsgegenstand, Statussymbol, modische Erscheinung, beschäftigten den Kurs der Jahrgangsstufe 12 gestalterisch. Es galt zu überlegen, was der sprachliche Begriff des Schuhs beinhaltet, wie der Schuh seinen Träger auszeichnet, was kulturell mit dem Schuh verbunden werden kann, wie man den Begriff des Schuhs abwandeln könne.
Ein Ansatz der Gestaltung beschäftigte sich mit dem Material von Schuhen: Leder tierischen Ursprungs und andere natürliche Stoffe führten zur Gestaltung des Schuhfari aus Federn und Leder. Ein weiterer Ansatz kolportierte auf sprachlicher Ebene dieses verwendete Leder und führte zum Schuhkrodil. Der Schuhtick nahm das Statussymbol Schuh und das Käuferverhalten ins Visier der Gestaltung. Als Schu(h)tzlos wird ein Stiefel, durch eben nicht den Fuß schützendes Material ausgeführt, bezeichnet. Die Schuhkarre setzt sich auf semantischer Ebene mit einer sprachlichen Verschiebung auseinander. Die Karre, die umgangssprachlich ein weiteres Statussymbol, das Auto, bezeichnet, wird mit dem Schuh als Ausgangsmaterial zur Schuhkarre, was wiederum vom ebenso gebräuchlichen Wort der Schubkarre abgeleitet wurde. Die Schubkarre dient als Beförderungsmittel für Lasten, wie auch der Schuh als Beförderungsmittel seines Trägers dient.

Gestaltung mit Schrift - Stillleben mit Vasen

Stillleben mit Vasen

Thema: Stillleben mit Vasen
Bereich: Schrift als Gestaltungsmittel
Material: Als Grundmaterial dienten Kopien mit dem Schriftzug Vase in unterschiedlichen Schrifttypen und Größen

Wenn sich Menschen mitteilen oder verständigen wollen, benutzen sie Sprachen, Zeichen, Gesten, Bilder oder Schriften.
Die Sprache ist ein wichtiges unmittelbares Kommunikationsmittel. Schriften sind Zeichen, mit denen die Sprache festgehalten wird.
Schrift ist ein indirektes Kommunikationsmittel. Sie ist gekennzeichnet durch Zeichen, Symbole und die dazugehörigen Bedeutungsinhalte und begriffliche Aussagen.
Im Bereich der Gestaltung werden Schriften, Zeichen und Bilder für vielseitige Zwecke verwendet. Immer jedoch ist Schrift ein direkter Bedeutungsträger, das Gemeinte wird durch die Zeichen verbildlicht.
Sprache und Schrift können deshalb auch zum Gestaltungsmaterial werden, weil der Rezipient gefordert ist, die Simultaneität verbaler und nicht-verbaler Informationen, also den Widerspruch zwischen Sprache und Gegenstand der Sprache, zu registrieren und zu beurteilen. Grundsätzlich gilt, je mehr mit sprachlichen Elementen, einzelnen Wörtern, Silben bis hin zu isolierten Buchstaben getextet wird, desto mehr schwindet der Bezug zu schnell fassbaren Inhalten. Wörter werden zu Gestaltungsmaterial, lösen sich aus ihrem Kontext und verlassen sie sichere Ebene der Syntax. Das Wort als Modul von Sprache, der Buchstabe als singuläres Zeichen erscheinen in ihrer reinen Stofflichkeit. Wörter, Silben, Buchstaben erscheinen als Evokation an den Rezipienten. Sprachpartikel bleiben lesbar und rufen Assoziationsketten beim Leser/ Betrachter hervor. Dass die Gedanken abschweifen, ist erlaubt und beabsichtigt.
Als Gestaltungsmittel wird bei der Schrift die Fläche, auf der die Schrift gedruckt/ geschrieben ist, als Werkkonstituente miteinbezogen und wird somit als zusätzlicher Informationsträger zum kompositorischen Teil des Dargestellten, zum Grundrahmen, zur bildlichen Darstellung oder einfach nur zur Fläche an sich. Die Typografie wird zum ausschlaggebenden Antrieb der Lesebewegung und der Intonation. Die Schriftart, Größe, Stärke und Anordnung von Schriftzeichen variieren die Aussagekraft eines Textes.
Dieses Wissen um Schrift wurde in den Vasenstillleben verarbeitet. Unterschiedliche Schrifttypen, die jeweils das Wort Vase wiedergeben, gingen in die Gestaltung mit ein. Die Schrift als Bedeutungsträger, das geschriebene Wort als das Gemeinte bildeten das Grundmaterial für den Gestaltungsprozess.

Jahrgangsstufe 13

Collage

Collage

Thema: Collage
Bereich: Collage
Technik: Papierschnitt
Material: Teilausschnitte aus Illustrierten

Obwohl die Collage keine Technik ist, die ihren Ursprung im 20. Jahrhundert hat, ist sie jedoch erst in dieser Zeit als potentielles Medium für die bildende Kunst entdeckt worden. Die Collage, definiert als das Zusammenkleben disparater Elemente, hat eine Entwicklung in Gang gebracht, die die Vorstellung des Rezipienten über das, was Kunst ist, revolutioniert und beinahe jede nennenswerte Strömung der neuzeitlichen Kunst maßgeblich beeinflusst. Die Collagetechnik ist in geradezu idealer Weise dazu geeignet, den Lärm, das Tempo, die Hektik und Flüchtigkeit des modernen Lebens festzuhalten. Die Collage kann zum Medium dafür werden, unsere Kultur zu dokumentieren. Der Zeitaufwand, der notwendig ist, um eine Skulptur, ein Gemälde zu schaffen, schrumpft bei der Collage auf einen einzigen Akt zusammen. An die Stelle eines Entwurfs oder einer Folge von Studien tritt ein Konstrukt, das sich meist in einem Zuge anfertigen lässt. Mediale Erzeugnisse, Fotografien oder Fundstücke als Ausgangsmaterial ermöglichen einen künstlerischen Ansatz der Entzweiung oder Fragmentierung, der im Zusammenfügen der unterschiedlichen Elemente wieder zu einem harmonischen Ganzen führt und dem endgültigen Werk eine Reihe von Bedeutungsebenen verleiht. Das Fragment bringt seine Geschichte mit, in Verbindung mit anderen Objekten nimmt es eine weitere Bedeutung an und gibt nicht nur dem Schaffenden, sondern auch dem Rezipienten die Möglichkeit, seiner Fantasie freien Lauf zu lassen.
Auf den Spuren von Picasso, Braque und Schwitters näherten wir uns den modernen Collagen von Hamilton, Kaprow, den collageähnlichen Fotografien von Pierre & Gilles an und beschäftigten und mit den Themenbereichen Großstadt/ Natur, Traum und Märchen.

Decalcomanie

Decalcomanie

Thema: Decalcomanie
Bereich: Gestaltungsprinzip der Aleatorik
Technik: Grafisches
Material: Papier, Farbe, Zeichenstifte

Der französische Ausdruck Decalcomanie bezeichnet ein Gestalten mit dem Zufall.
Schon Leonardo da Vinci beschrieb ein Verfahren der Ausdeutung anhand von Mauerflecken. Man könne, so schrieb er, bereits in den zufälligen Spuren eines mit Farben getränkten Schwammes, der an eine Mauer geworfen wurde, eine Landschaft erkennen. Damit umriss er bereits vor beinahe 500 Jahren exakt das Prinzip assoziativer Deutung von amorphen Zufallsstrukturen. Die antike und mittelalterliche Tradition der Lapidarien, Steinsammlungen, spielte eine große Rolle, man entdeckte in den Steinstrukturen, besonders in Marmor und Achaten, Figuren und Figurengruppen. Leonardo da Vinci erwähnt in seinen Aufzeichnungen das Phänomen des psychischen Bedeutungsgewichtes. Entsprechend der selektiven Wahrnehmung lassen sich in Zufallsstrukturen bekannte Figuren und Bilder erkennen.
Das künstlerische Verfahren der Decalcomanie ist ebenso ein Zufallsprinzip, ein Abklatschverfahren, dessen Prinzip denkbar einfach ist: Flüssige Farbe wird auf eine glatte Platte aufgetragen. Auf diese legt man einen Bogen Papier, streicht ihn mit mehr oder weniger starkem Druck glatt und hebt ihn, nun gefärbt, wieder von der Platte ab.
Variationsmöglichkeiten ergeben sich bei der Auswahl von Farben, beim Auftrag der Farben, beim Abzug des Papiers, bei der Auswahl des Papiers, das zusätzlich gefaltet, zerknittert oder geknüllt werden kann.
Ist nun der Zeichengrund, das gefärbte Papier geschaffen, beginnt erst der eigentliche Gestaltungsprozess. Das eigentlich aleatorische Ausgangsmaterial wird nun gedeutet, auf gestalterische Eingriffsmöglichkeiten hin untersucht. Erste assoziative Ausdeutungen werden mit malerischen oder zeichnerischen Mitteln ausgeformt und hervorgehoben. Die zufälligen Kleckse auf dem Papier stellen demnach den Ausgangspunkt, aber auch die Kernformen der später ausgeführten Zeichnungen und Malereien dar, und da, wo die Fantasie nicht ausreicht, kann mit einigen gezielten Strichen nachgeholfen werden.

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