Grafik

Jahrgangsstufe 5

Fabelwesen

Fabelwesen

Thema: Farbqualitäten, grafische Strukturen
Bereich: Grafik
Technik: Filzstiftzeichnung
Material: Filzstifte, Zeichenkarton

Farbe als Material, Farbe als optisches Phänomen, Farbwirkungen und auch Funktionen von Farbe sind als Eigenschaften des Begriffes Farbe zu nennen.
Nach der Klärung der drei grundlegenden spezifischen Qualitäten von Farbe, Buntheit, Intensität und Eigenhelle, wurde mit den Schülerinnen und Schülern ein Motiv angestrebt, dass diese Charakteristika von Farbe in der Umsetzung zulässt.
Die Schülerinnen und Schüler streben sehr stark nach dekorativen Lösungen, sodass inhaltlich ein Motiv gefunden werden musste, dass den optisch wahrnehmbaren Bildmitteln entsprechen konnte.
Die Wahl fiel auf Fabelwesen, die in äußerer Gestaltung und in der Gestaltung der Binnenstruktur dem Anspruch gerecht werden konnten. Theoretisch wäre ein solches Fabelwesen bereits bunt, wenn es mit einer Farbe mit starkem Eigenwert monochrom ausgearbeitet wäre.
Buntheit als bestimmendes Gestaltungsmittel ist, gerade für jüngere Schülerinnen und Schüler, jedoch erst erreicht, wenn mehrere Farben mit starkem Eigenwert das Bildgeschehen bestimmen. Sie versuchen ihre Bildwirkung mehr über Farbbeziehungen, über eine Farbigkeit verschieden intensiver Kontraste zu erreichen.
Voraussetzung ist jedoch eine stark differenzierte Binnenstruktur, welche den Einsatz vieler Farben erlaubt.

Bilder

Das große Krabbeln

Das große Krabbeln

Thema: Farbqualitäten, grafische Strukturen
Bereich: Grafik
Technik: Filzstiftzeichnung
Material: Filzstifte, Zeichenkarton

Auf unserem Planeten leben rund eine Million verschiedener Insektenarten, aber wer hat sie schon genau gezählt?
Insekten sind jene Tierchen, die zur Klasse Insecta und zum Stamm Arthropoda, Gliederfüßer, gehören. Gliederfüßer besitzen ein hartes Außenskelett und gegliederte Beine. Auch Krebse und Spinnen sind zwar Gliederfüßer, jedoch keine Insekten.
Die Welt der Insekten ist außerordentlich vielfältig, man kann sie überall antreffen, im Schnee ebenso wie m Inneren anderer Tiere. Manche ernähren sich von Pflanzen, andere betätigen sich als Blutsauger und viele von ihnen fressen andere Insekten, Spinnen oder sonstige Krabbeltiere.
Sie besitzen sechs Beine, zwei Fühler, drei Körperteile und oft auch zwei oder vier Flügel.
Insekten bevölkern sämtliche Lebensräume und wie man sehen kann, bevölkern sie auch die Fantasie der Schüler und Schülerinnen.

Bilder

Jahrgangsstufe 6

Mäuse verstecken

Mäuse verstecken

Thema: Virtuelle Kinetik
Bereich: Grafik
Technik: Zeichnen mit Filzstiften
Material: Zeichenpapier, schwarze Filzstifte, Kopien von Mäusen


Virtuell bedingte Phänomene werden hervorgerufen, wenn das Auge nicht mehr in der Lage ist, Detailwahrnehmungen zusammenzuschließen oder diese zu isolieren.
Eine gestaltete Fläche ist ein statischer Zustand. Unter bestimmten Bedingungen tritt dennoch ein Eindruck, eine Illusion von Bewegung ein, obwohl diese tatsächlich nicht gegeben ist.
Dreidimensionales wird durch die adäquate Wiedergabe der Hell- Dunkel- Verteilung auf der zweidimensionalen Fläche simuliert.
Die Anwendung einfacher grafischer Mittel ist bei diesen Beispielen dazu genutzt worden, eine ebenfalls grafisch gestaltete Abbildung einer Maus zu überarbeiten und damit die Maus in der dargestellten Umgebung zu verstecken.
Dem Betrachter obliegt es, trotz der vibrierenden Schraffuren, der virtuellen Kinetik, trotz der überbordenden Details die versteckten Mäuse zu finden.

Jahrgangsstufe 7

Muscheln

Muscheln

Thema: Linie als Kontur und Binnendifferenzierung
Bereich: Grafik
Technik: Filzstiftzeichnung
Material: Filzstifte, Zeichenkarton

Linie und Fläche sind grundsätzliche grafische Mittel. Ihren wesentlichen Unterschied zeigen sie in ihrem quantitativen und qualitativen Unterschied zum Untergrund.
Während die Linie nur in der Lage ist, Formen zu umreißen, über ihren Verlauf und dessen Richtungen sowie ihre Stärke die Grenzen der Dinge festzulegen, bettet sich die Fläche in ihre Grenzen ein und nimmt den gesamten Binnenbereich für sich in Anspruch.
Der Weg der Linie, die ihren Ursprung im Punkt nimmt und zur Fläche wird, wird mit dem Begriff der Kontur bezeichnet.
Die Konturlinie, der Umriss, ist jedoch ein Abstraktum, das in der Natur nicht vorkommt. Indem zeichnerisch ein Teil des Untergrundes durch eine Kontur abgehoben wird, wird eine Figur, ein Gegenstand erst identifizierbar.
Jeder Gegenstand besitzt Kennzeichen, die seinen Begriff charakterisieren. Jede Bedeutung, die am einfachsten erkannt wird, wird als Deutung angenommen. Binnenlinien verstärken die Umrisslinie und dienen der näheren Charakterisierung des gemeinten Gegenstandes. Somit können Binnenlinien auch eine gemeinte Stofflichkeit des Gezeichneten suggerieren.

Jahrgangsstufe 8

Sternennacht

Sternennacht

Thema: grafische Strukturen
Bereich: Grafik
Technik: Federzeichnung
Material: Tusche, Zeichenfedern

Im Bereich der Grafik stehen für eine Gestaltungsabsicht drei wesentliche Grundelemente zur Verfügung, der Punkt, die Linie und die Fläche.
Wird eine Linie zu einem Umriss, einer Kontur, bildet sie im Auge des Betrachters eine Fläche.
Treten Linien als Bündel auf, zeigen diese Linienbündel eine Regelmäßigkeit in Richtung und Abständen der einzelnen Linien, spricht man von Schraffuren. Unterschiedliche Abstände erzeugen Hell- und Dunkelwerte. Die Richtung eines Linienverlaufes oder einer Schraffur erzeugt Bewegung oder Plastizität.
Punkte können als Ballung, Streuung oder auch in der richtungsweisenden Verdichtung eine Fläche ebenso strukturieren.
Eine Fläche kann somit durch die Binnengliederung durch Punkte und Linien so gegliedert und geformt werden, dass sie körperhaft erscheint.
Ausgangspunkt der Schülerarbeiten war die Bildbetrachtung einiger Werke von Van Gogh, die eine starke Dynamik in der Pinselführung aufzeigen. Der pastose Farbauftrag lässt den Duktus des Künstlers erkennen. Nicht nur die Farbigkeit des Gemäldes, sondern auch die subjektive Handschrift des Künstlers, die die Farbgebung in richtungsweisender Art unterstützt, lag im Zentrum der Bildbetrachtung.
Van Goghs Sternennacht, Saint- Remy, 1889, bildete im Anschluss die Basis für eine grafische Umsetzung des Gemäldes, um die Linie als flächenbildenes Element zu verdeutlichen.

Flechtwerk

Flechtwerk

Thema: Gestaltungsprinzipien: Reihung und Rhythmus
Bereich: Grafik
Technik: Bleistiftzeichnung

Bildkompositionen unterliegen unterschiedlichen Aufbau- und Gestaltungsprinzipien. Die Reihung ist eine äußerst strenge Ordnung in einem Bildgefüge. Sie liegt vor, wenn sich ein Bildelement oder eine Form mit gleichem Abstand und der gleichen Richtung fortdauernd wiederholt.
Weit weniger offensichtlich ist ein weiteres Gestaltungs- und Ordnungsprinzip, der Rhythmus, weil er, zwar eng mit der Reihung verknüpft, jedoch weitaus virtuosere Anordnungen zulässt.
Rhythmisch werden Elemente zusammengefügt, wenn der Abstand zwischen ihnen annähernd gleich bleibt und nach derselben Ausrichtung verfahren wird. Es müssen jedoch mindestens zwei Grundelemente vorhanden sein, die eine periodische Wiederkehr von Elementen ergeben, die eine gegliederte Stetigkeit darstellen.
Als grafische Umsetzung bot sich eine Webstruktur oder ein Flechtwerk an, um eine rhythmische Ordnung darzustellen. Der regelmäßige Wechsel von Untergeordnetem und Übergeordnetem bildete das Grundelement des rhythmischen Ordnungsprinzips. Das Umorganisieren der rhythmischen Struktur bestand darin, das Flechtwerk zu unterbrechen, stellenweise zu verschieben oder zu verdichten, um der vorgefundenen monotonen Ordnung lebendige Spannung zu verleihen.

Jahrgangsstufe 9

Urwald

Urwald

Thema: Urwald
Bereich: Grafik
Technik: Zeichnung
Material: Ein Auszug aus Herr der Fliegen von William Golding,
Bleistift, Buntstifte

Der blondhaarige Junge glitt das letzte Stück Felsen hinab und begann, sich zur Lagune durchzuarbeiten. Um ihn her, in der Schneise, die dem Dschungel gerissen worden war, kochte die Luft. Er kletterte mühsam durch ein Gewirr von Schlingpflanzen und zersplitterten Stämmen, als ein Vogel, nicht mehr als ein Fleck von Rot und Gelb, mit dämonischem Ruf emporschoss. Das Dickicht am Rande der Schneise bewegte sich und Regentropfen fielen klatschend von den Blättern.
[...] da stolperte er über einen Ast und fiel in das raschelnde Buschwerk. Ralph befreite sich vorsichtig von den Zweigen und schlich davon. Er kletterte über einen umgestürzten Baum. Eine dünne Schicht Erde lag über dem Gestein, von rauem Gras bewachsen und beschattet von jungen Palmen, denen der Boden nicht gestattete, ihre volle Höhe zu erreichen, und die deshalb, wenn sie etwa 20 Fuß hoch waren, umstürzten und vertrockneten. Kreuz und quer lagen diese toten Stämme umher. Die noch stehenden Stämme bildeten ein grünes Dach, auf dessen Unterseite die Lagune das zitternde, wirre Spiel ihrer Lichtreflexe warf. Das Beschwerliche war nicht der steile Anstieg um die Felsvorsprünge herum, sondern das Dickicht. Wurzeln und Stämme der Schlingpflanzen und Lianen bildeten ein solches Gewirr, dass die Jungen sich wie elastische Nadeln hindurchwinden mussten. Bäume, von der feuchten Hitze hochgetrieben, fanden zu wenig Boden, um auswachsen zu können, sie stürzten zeitig um, den Schlingpflanzen in die Arme, und starben ab. Neue Schösslinge strebten ans Licht. Bald umschloss ihn der hohe Dschungel. Große Bäume zierten unvermutet bleiche Blumen bis hinauf zu dem dunklen Baldachin, in dem das Leben geräuschvoll seinen Fortgang nahm. Auch die Luft war hier dunkel, und das Tauwerk der Schlingpflanzen hing herunter wie die Takelage eines gesunkenen Schiffes. Seine Füße drückten sich in dem weichen Boden ab, und die Schlingpfanzen erzitterten in ihrem ganzen Gewebe, wenn er sie streifte. Schließlich kam er zu einer Stelle, auf die mehr Sonne fiel. Da die Schlingpflanzen sich nicht so weit dem Licht entgegenzurecken brauchten, hatten sie eine große Matte geflochten, die die eine Seite einer Lichtung im Dschungel abdeckte; denn hier war dicht unter der Erde Fels, der nur kleine Pflanzen und Farn gedeihen ließ. Der ganze Raum war von dunklen, duftenden Büschen eingerahmt. Über die eine Ecke war ein großer Baum gestürzt und neigte sich gegen die anderen Bäume und eine hurtige Kletterpflanze prunkte mit roten und gelben Trieben bis in seine Krone hinauf. "Ralph ! Ralph !" Der Ton der Stimme ließ Ralph herumfahren, er sah zurück...

aus: Herr der Fliegen von William Golding

Jahrgangsstufe 10

Memory achromatisch

Memory achromatisch

Thema: Memory achromatisch
Bereich: Grafik
Technik: Bleistiftzeichnung
Material: Bleistifte verschiedener Grade, eine Auswahl geeigneter Abbildungen um ein Memory zu erstellen


Schwarz- Weiß- Abbildungen gehören zum alltäglichen Erfahrungsbereich. Man stört sich kaum am Fehlen von Farbe, weil dennoch viele Informationen aus den Darstellungen zu beziehen sind. Vorhandenes Licht fällt mehr oder weniger auf eine Oberfläche, schafft Zonen von Helligkeit und Schatten und vermittelt so den Eindruck plastischer Qualität.
Die Differenzierung des Hellen und des Dunklen spielt demnach eine wichtige Rolle, wenn Körperformen in ihrem Volumen geklärt, Oberflächenstrukturen und Texturen bestimmt werden.
Zwischen den stärksten achromatischen Farben, dem sehr Hellen, dargestellt durch Weiß, und dem sehr Dunklen, erkennbar durch Schwarz, liegen jedoch unzählige Nuancen von Grau, die einen körperhaften, plastischen Eindruck eines abgebildeten Gegenstandes erst möglich machen.
Die Intensivierung von Formwirkungen bedarf demnach keiner chromatischen, also bunten Farbe, vielmehr sind plastische Resultate von Formanordnungen, Formbeziehungen und Formkontrasten abhängig. Raumillusion und Körperillusion lassen sich ebenso durch Helligkeitsstufen im achromatischen Spektrum erzeugen.

Bilder

Schabekarton

Schabekarton

Thema: Schabekarton
Bereich: Grafik
Technik: Papier- Kartonritzung
Material: Schabekarton, Ritzwerkzeuge wie Messer, Nadeln, Cutter


Gewöhnlich wird Papier zum Zeichnen oder Malen genutzt, jedoch kann es als Schabekarton auch zu anderer Gestaltungsart dienen.
Da Ritzspuren im Papier ansich kaum markante Wirkungen erzielen, wird der Karton eingefärbt. Aus dem Schwarz des Kartons treten die geritzten und gedrückten Linien des weißen Papiermaterials deutlich hervor. Fein eingeritzte Rillen ziehen sich über die Papierfläche, veränderter Abstand der Rillen und Ritztiefe lassen eine Progression von Hell und Dunkel zu.

Jahrgangsstufe 11

Stilleben

Stillleben

Thema: Stillleben
Bereich: Grafik
Technik: Bleistiftzeichnung
Material: Bleistift, Buntstifte, eine Auswahl geeigneter Gegenstände, um ein Früchtestillleben nachzustellen


Stillleben, die Dinge wie sie sind "still liegende leven", Stillleben, stand erstmals in der Mitte des 17. Jahrhunderts in niederländischen Künstlerinventaren für eine Malerei, die sich der Darstellung regloser Menschen oder toter Gegenstände oder Dinge zugewandt hatte. 1665 tauchte der Begriff "Stillleben" im ersten deutschen Quellenwerk der Kunstgeschichte auf. So unterschiedlich der Begriff in verschiedenen Ländern auch war, "stillleven", "Stillleben", "still life", "natura morta", "nature morte", so einheitlich erfasste die Bildgattung unbewegte, reglose, unbelebte Gegenstände, die aus der Natur oder dem Alltag entnommen waren. Aufgrund der unterschiedlichen Motive entstanden verschiedene Bereiche, die sich als Blumenstillleben, Früchtestillleben, Prunkstillleben, Jagdstillleben, Marktstillleben, Musikalienstillleben, Bücherstillleben, Vanitas- Stillleben, Fünfsinne- Darstellungen, Waffenstillleben, , mit der Wiedergabe unterschiedlichster Gegenstände beschäftigten.
Bis zum heutigen Tag hat diese Gattung Aktualität inne, auch wenn sich die Wahrnehmung der alltäglichen Dinge stets gewandelt hat.
Wer beachtet schon die Dinge, die täglich in die Hand genommen, jede Qualität außer der der Funktion verlieren?
Eine Herausforderung liegt in der Komposition der Dinge. Über sie können einzelne Objekte hervorgehoben, andere in den Hintergrund gedrängt werden. Praktische Versuche helfen, unterschiedliche Ordnungsprinzipien heranzuziehen. Die Entscheidung, den Dingen auf grafischem Weg zu begegnen, führt dazu, dass plastische und stoffliche Gegebenheiten zeichnerisch dargestellt werden mussten.

Sachzeichnen: Körperhaftigkeit

Sachzeichnen: Körperhaftigkeit mit grafischen Mitteln

Thema: Sachzeichnen: Körperhaftigkeit mit grafischen Mitteln
Bereich: Grafik
Technik: Bleistiftzeichnung
Material: Bleistift, Maiskolben als Ansichtsexemplar


Jeder Körper hat für ihn typische plastische Qualitäten, die in der Form zum Ausdruck kommen. Grundsätzlich besteht jeder Körper aus einem Material, einer Masse, die sich durch besondere Kennzeichen gegenüber anderen abgrenzt.
Sehr einfache Formen sind geometrische und stereometrische, weil sie durch ihre Geschlossenheit nur schwache Beziehungen zu ihrem Umraum aufbauen.
Ganz andersartige Körper- Raum- Beziehungen entwickeln sich, sobald ein Wechsel konkaver und konvexer Formen auftritt.
Wenn ein dreidimensionaler Körper auf der zweidimensionalen Fläche dargestellt werden soll, kann er zwar in seiner Proportionierung und in seiner Kontur noch klar erfasst werden. Probleme entstehen jedoch dann, wenn die Lichtverhältnisse am Körper, die seine plastischen Eigenschaften augenscheinlich machen, in der Ebene vorgetäuscht werden sollen. Dies setzt voraus, dass die Gliederung des Körpers entsprechend seiner plastischen Merkmale erfasst wird und diese Gliederung dann die Grenzen der Binnendifferenzierung festlegt.
Plastische Qualitäten können aufgezeigt werden, wenn die Lichtverhältnisse am Objekt bestimmt, das heißt Grauzonen unterschiedlicher Intensität mit und ohne Übergänge abgeleitet werden. So ergibt sich ein Band von Tonwerten, das sich zwischen dem hellsten und dunkelsten Bereich bewegt.
Mit grafischen Mitteln kann dies über unterschiedliche Weise erreicht werden.
Schraffuren und Linien, die der Form folgen, oder Schummerungen sind geeignet, Hell- Dunkel- Werte zu visualisieren und somit Plastizität zu erzielen.

Bilder

Denkmal Naturstudien

Denkmal Naturstudien

Thema: Denkmal Naturstudien
Bereich: Grafik
Technik: Federzeichnung
Material: Vogelfeder, Federmesser, Tusche, Zeichenkarton, gutes Wetter


Die Auseinandersetzung mit einer Landschaftsstudie im Ausschnitt fordert die direkte Begegnung mit der Natur und eine ins Detail gehende Beobachtung der Szenerie. Dementsprechend müssen einer Landschaftsstudie diverse Skizzen vor Ort in der Natur vorausgehen. Eine Darstellung des gewählten Ausschnitts aus der Erinnerung ist erst möglich, wenn eine vorangegangene Sensibilisierung statt gefunden hat.
Eine Studie ist im Gegensatz zur Skizze genau und detailliert. Charakteristische Merkmale vom zu Zeichnenden werden festhalten. Die Oberflächenstruktur, Texturen, Stofflichkeit durch Licht und Schatten müssen erzeugt werden. Eine zeichnerische Vertiefung und Konkretisierung zur Skizze findet demnach bei einer Studie statt, die sowohl ein komplexes Ganzes wie die als wichtig oder schwierig erachteten Details umfasst. Eine Studie erweckt zwar oft den Charakter eines abgeschlossenen Bildwerkes, erhält aber gerade durch die Mischung von Ausgearbeitetem und Fragmentarischem den Eindruck von Intensität und Lebendigkeit.
Eine sehr klare und entschiedene grafische Technik ist die Tuschezeichnung. Mit einer feinen Feder können einerseits sehr feine Linien gezogen werden, die andererseits unter stärkerem Druck der Feder breiter angelegt werden können.
Klar und sehr definiert ist diese grafische Technik, da einmal gezogene Linien nicht mehr korrigiert, höchstens gewandelt werden können.
Das Zeichengerät, eine Vogel- oder auch Kielfeder, wurde im Kurs von den Schülerinnen und Schülern selbst zum Zeichengerät geschnitten, sodass jeder sein individuelles Zeichenutensil jederzeit modifizieren oder je nach Übung auf den Zeichenstil variabel einstellen konnte.
Das technische Prinzip einer aus einer Kielfeder geschnittenen Zeichenfeder ist einfach und ausgeklügelt zugleich. Ihrem Zweck, Tinte zu speichern und in möglichst gleichmäßigem Fluss auf den Zeichengrund zu bringen, wird die Kielfeder in optimaler Weise gerecht. Durch Adhäsion speichert die Feder eine größere Menge Flüssigkeit im hohlen Kiel gleichsam wie in einem Tank. Die Kapillarwirkung der gekrümmten und gespaltenen Spitze macht es möglich, dass die Zeichenflüssigkeit relativ gleichmäßig zur Spitze abfließt. Als Besonderheit der biegsamen Feder kommt hinzu, dass der Zeichner mit etwas gewonnener Übung je nach Druck der Hand die gespaltene Federspitze spreizt und somit unterschiedliche Strichstärken erzeugen kann.

Sachzeichnen: Der Blick auf Details

Sachzeichnen: Der Blick auf Details

Thema: Sachzeichnen: Der Blick auf Details
Bereich: Grafik
Technik: Buntstiftzeichnung
Material: Bleistifte, Buntstifte


Die Welt um uns herum erscheint in einer unübersehbaren Fülle von Formen, Oberflächen, Texturen und Strukturen. Letztere offenbaren sich oft erst auf den zweiten Blick, einem genauen Hinsehen, das bei der Oberfläche nicht halt macht. Sie sind das Gefüge der Dinge, sie verbinden und trennen, geben Form.
Die bildliche Darstellung verlangt genaue Kenntnisnahme, ein Studium nicht nur des Gegenstandes, sondern auch seiner charakteristischen Oberfläche und deren spezifischer Textur oder Struktur.
Die Begegnung mit dem Gegenstand erfordert demnach ein hohes Maß an Sensibilität in der visuellen Wahrnehmung, weil das differenzierte Beurteilen und Betrachten zwar auch Einblicke in größere Zusammenhänge verlangt, dabei jedoch stets den Blick auf das Detail lenkt.
Die Aufgabe ein Wollknäuel zu zeichnen verlangt demzufolge nicht nur ein Darstellen der reinen Form in ihrer Plastizität, sondern auch eine verfeinerte Wiedergabe dessen, was das Knäuel ausmacht, einzelne Windungen des verschlungenen, in sich verzwirbelten Fadens. Weiterhin müssen, damit das Dargestellte mit einem Wollknäuel verbunden wird, spezifische Materialeigenschaften wie Weichheit, Nachgiebigkeit, leichtes Gewicht, erfasst werden.

Bilder

Vanitasstillleben

Vanitasstillleben

Vanitas, ein Ausdruck, der die Eitelkeiten des Lebens, den leeren Schein der Dinge umschreibt, nach denen der Mensch zu Lebzeiten trachtet, ist bildnerisches Thema der gezeigten Stillleben.
Dass diese Reichtümer sub specie aeternita nichts bedeuten, nur eitler Tand sind, wurde und wird seit den 50er und 60er Jahren des 17. Jahrhunderts mit symbolträchtigen Substituten dargestellt, dem Totenkopf, der geschnittenen Blüte, dem aufgeschlagenen Buch, der abbrennenden Kerze, der tickenden Uhr als Beispiele, die dem Menschen seine irdische Vergänglichkeit drastisch vor Augen führen sollen.
Genau diese Gegenstände wählten die Schülerinnen und Schüler des GK 11 auch aus, um eine, allerdings moderne Variation der Vanitas-Thematik darzustellen.

Das aufgeschlagene und beiseite gelegte Buch steht für das zu Lebzeiten angehäufte Wissen, das Streben nach Gelehrsamkeit und Erkenntnis, die mit fortgeschrittenem Alter in Vergessenheit geraten.
Die Spielkarten symbolisieren den menschlichen Spieltrieb, den homo ludens, das Verlangen nach Vergnügen, welches sich im Alter zum reifen Genuss wandelt.
Die Münzen wiederum zeigen die Neigung zu finanziellem Erfolg, die Gier nach Reichtum und das Verlangen nach Geld, was vielen Älteren erst als nicht über das Leben hinaus bleibend bewusst wird.
Das Notenblatt, stellvertretend für Kultur und die schönen Künste, zeigt auf, dass diese im Alter zwar immer noch geliebt, aber vielleicht durch Gebrechen im Alter nicht mehr praktiziert werden können.
Die gebrochene Blüte steht analog zur historischen Vanitassymbolik für Psalm 103, 15-16: "Ein Mensch ist in seinem Leben wie Gras, er blüht wie eine Blume auf dem Felde; wenn der Wind darüber geht, so ist sie nimmer da und ihre Stätte kennet sie nicht mehr."
Die Muschel bezeugt als Urlaubsmitbringsel jugendliche Entdeckerlust, deren ungestüme Ausprägung im Laufe des Lebens nachlässt.
Der umgestürzte Becher illustriert den kurzen Genuss, das Verrinnende des Lebens.
Die Uhr schließlich, als tickender Zeitmesser verdeutlicht das Ablaufende; das Leben verrinnt mit jeder Sekunde.
Die noch nichtabbrennenden Kerzen jedoch zeigen symbolisch, dass das Leben zwar endlich, aber im Alter noch nicht zu Ende ist.
Beherrscht werden alle Stillleben durch den zentralen, allgegenwärtigen Totenkopf, der den Menschen, wenn auch nicht offenkundig sichtbar, als memento mori, vom vergänglichen Fleisch bedeckt, begleitet.
Der Tod rückt unausweichlich mit jedem Lebenstag näher, alles ist nichts wert, da vergänglich.

Jahrgangsstufe 12

Porträt als Holzschnitt

Porträt als Holzschnitt

Thema: Porträt
Bereich: Druckgrafik
Technik: Holzschnitt
Material: zeichnerische Entwürfe, Lindenholzplatten, Holzschnittwerkzeug, Druckfarbe


Der Holzschnitt ist eine der ältesten Drucktechniken. Im Prinzip gleicht diese Hochdruckgrafik dem Stempeln. Stempel, etwa aus Wachs, Ton, gibt es schon seit Jahrtausenden. Um jedoch zur Druckgrafik zu reifen, brauchte man einen leichten Bildträger.
Papier, eine chinesische Erfindung, etwa um 105 v. Chr., gelangte erst nach langer kulturgeschichtlicher Reise nach Europa. 1390 gründete Ulman Stromer die erste Papiermühle in Deutschland, die Gleismühle nahe Nürnberg.
Erste Zeugnisse druckgrafischer Kunst, früheste Holzschnitte stammen vom Ende des 14. Jahrhunderts, so genannte Einblattdrucke, also Drucke, die als Einzelblätter, Spielkarten, Heiligenbilder, hergestellt worden sind. Ab etwa 1430 wurde der Holzschnitt für den Druck von Blockbüchern verwendet. Bilder und auch Texte wurden zusammen in eine Platte geschnitten. Mitte des 15. Jahrhunderts verwendete man bereits bewegliche Lettern, so um 1452 bis 1455 bei der Gutenberg- Bibel.
Für Holzschnitte benötigt man eine Platte aus weichem, nicht zu sprödem Holz. Eine Entwurfszeichnung wird auf das Holz übertragen. Es ist, wie bei jedem Druck, zu beachten, dass der Druck seitenverkehrt, gespiegelt, erscheint, deshalb sollte der Entwurf auch schon gespiegelt auf die Platte übertragen werden, wenn man den späteren Druck seitenrichtig abgedruckt erhalten möchte.
Die Druckform, die auch Druckstock genannt wird, wird so bearbeitet, dass die Teile, die beim Einfärben Farbe annehmen und beim Drucken Farbe abgeben sollen, erhaben stehengelassen werden. Alles, was im Abdruck der Platte weiß erscheinen soll, also die Farbe des Papiers zeigt, wird aus der Druckplatte herausgeschnitten. Dieses Binärprinzip klingt einfach, hat jedoch zur Folge, dass schon beim Entwurf, aber besonders beim eigentlichen Holzschnitt daran gedacht werden muss, dass jeder Schnitt, der vollzogen wird, im Druck eine ungefärbte Stelle zeigt.
Man ist gewohnt, dass Schreiben, Zeichnen und Malen eine Spur auf dem Papier hinterlässt, beim Hochdruck sind die Schüler mit der Umkehrung dieses Prozesses konfrontiert.
Die Porträts, die von den Schülerinnen und Schülern angefertigt worden sind, zeigen die Technik des Mehrplattendruckes.
Zunächst wird eine Druckplatte in oben beschriebener Technik angefertigt. Ein zweiter Druckstock wird für die weitere Farbgebung erstellt. Zeigt die erste Druckplatte Aussparungen für die Papierfarbe und Erhebungen für die erste Druckfarbe, so zeigt der zweite Druckstock nur die Erhebungen für die zweite Druckfarbe. Nicht nur die Flächen, die den Papierton zeigen, werden ausgeschnitten, sondern auch die, die die erste Druckfarbe angeben.
Um einen Mehrplattendruck zu erstellen ist also ein genauer Entwurf, ein exaktes Übertragen des Entwurfes und vor allem ein gewissenhaftes Schneiden und präzises Anlegen der Platten beim Druck erforderlich, damit das spätere Ergebnis keine Verschiebungen aufweist.

Bilder

Jahrgangsstufe 13

Stillleben als Holzschnitt

Stillleben als Holzschnitt

Thema: Stillleben
Bereich: Druckgrafik
Technik: Holzschnitt
Material: zeichnerische Entwürfe, Lindenholzplatten, Holzschnittwerkzeug, Druckfarbe


Die Übertragung einer Bildidee oder eines beobachteten Motivs auf eine Bildfläche fordert die Auseinandersetzung mit den Bedingungen des Raumes, die auf der gestalterischen Ebene die Wahl der geeigneten illusionistischen Mittel nach sich zieht. Zu den elementarsten zählen die Überschneidung und Staffelung, die Abnahme der Größe von Gegenständen mit zunehmender Raumtiefe.
Die raumschaffende Wirkung von Farbe, die farbperspektivische Auswahl wurde beim vorliegenden Druck auf ein Minimum beschränkt. Die Abstraktion der Lokalfarben und die Reduktion von Details machen den Betrachter aufmerksam für die Bildsituation.
Für Holzschnitte benötigt man eine Platte aus weichem, nicht zu sprödem Holz. Eine Entwurfszeichnung wird auf das Holz übertragen. Es ist, wie bei jedem Druck, zu beachten, dass der Druck seitenverkehrt, gespiegelt, erscheint, deshalb sollte der Entwurf auch schon gespiegelt auf die Platte übertragen werden, wenn man den späteren Druck seitenrichtig abgedruckt erhalten möchte.
Die Druckform, die auch Druckstock genannt wird, wird so bearbeitet, dass die Teile, die beim Einfärben Farbe annehmen und beim Drucken Farbe abgeben sollen, erhaben stehengelassen werden. Alles, was im Abdruck der Platte weiß erscheinen soll, also die Farbe des Papiers zeigt, wird aus der Druckplatte herausgeschnitten. Dieses Binärprinzip klingt einfach, hat jedoch zur Folge, dass schon beim Entwurf, aber besonders beim eigentlichen Holzschnitt daran gedacht werden muss, dass jeder Schnitt, der vollzogen wird, im Druck eine ungefärbte Stelle zeigt.
Man ist gewohnt, dass Schreiben, Zeichnen und Malen eine Spur auf dem Papier hinterlässt, beim Hochdruck sind die Schüler mit der Umkehrung dieses Prozesses konfrontiert.
Die Porträts, die von den Schülerinnen und Schülern angefertigt worden sind, zeigen die Technik des Mehrplattendruckes.
Zunächst wird eine Druckplatte in oben beschriebener Technik angefertigt. Ein zweiter Druckstock wird für die weitere Farbgebung erstellt. Zeigt die erste Druckplatte Aussparungen für die Papierfarbe und Erhebungen für die erste Druckfarbe, so zeigt der zweite Druckstock nur die Erhebungen für die zweite Druckfarbe. Nicht nur die Flächen, die den Papierton zeigen, werden ausgeschnitten, sondern auch die, die die erste Druckfarbe angeben.
Um einen Mehrplattendruck zu erstellen ist also ein genauer Entwurf, ein exaktes Übertragen des Entwurfes und vor allem ein gewissenhaftes Schneiden und präzises Anlegen der Platten beim Druck erforderlich, damit das spätere Ergebnis keine Verschiebungen aufweist.

Feedback | Kontakt | Sitemap | Impressum | FAQs